One day the sadness will end.

Beinah täglich erreichen mich Zuschriften, in denen Menschen mir für mein herausragendes literarisches Schaffen danken, gleichzeitig aber auch besorgt nachfragen: „Weshalb erfahren wir eigentlich so wenig Persönliches von Ihnen, lieber Herr Radikale Heiterkeit? Ihr Blog befindet sich nun bereits im dritten Jahr seines glanzvollen Daseins. Manch herrliche Minute haben Sie uns damit beschert, manch vergnüglichen Gluckser entlockt. Wo aber bleibt das Menschliche hinter diesen Zeilen, das Herz, die zarte verletzliche Seele? Ja, wo bleibt der Mensch mit all seinen Schmerzen, Sehnsüchten, Träumen, seinen Irrungen und Wirrungen? Haben Sie denn gar kein Innenleben, das Sie mit uns teilen möchten? Keine Verwandten? Keine Haustiere? Nicht mal eine Geschlechtskrankheit? Depressionen? Suizidale Gedanken? Oder mal so einen richtig tränenreichen Trauer-Porno, zu dem wir uns die Anteilnahme aus dem Leib wichsen können? IRGEND ETWAS???“ Die Antwort lautet: Nein. Stattdessen, meine lieben Leser, halte ich es wie mein großes Vorbild Katya Zamolodchikova (the sweatiest woman in show business), und tanze aufkommende Gemütswallungen zu Beginn des Frühlings regelmäßig in einer rituellen Performance hinfort. Das hilft übrigens auch bei Schreibblockaden. Gerade stecke ich nämlich in einem Text über die deutsche Integrationsdebatte fest, den ich aber heute Abend noch zu veröffentlichen gedenke (so raunen zumindest die inneren Stimmen). Bis dahin gilt: You better knock, knock, knock on wood!