Mit Musik klingt alles besser

Now I am a worker, I’ve suffered the way that you do,
I’ve been unemployed, and I’ve starved and I’ve hated it too,
But I found my salvation in Peron, may the nation
Let him save them as he saved me!

(Evita, A New Argentina)

Kennen Sie die Geschichte von dem Mann, der sich seit 25 Jahren ausschließlich von Pizza ernährt? Sein Motto lautet: „Pizza ist wie Sex. Sie ist auch gut, wenn sie schlecht ist.“ Das lässt sich über Martin Schulz nicht behaupten. Wenn der schlecht ist, dann aber richtig. So schlecht, dass selbst Menschen, die sich seit 25 Jahren von nichts anderem als der Hoffnung auf die Erneuerung der Sozialdemokratie ernähren, mittlerweile auf Diät sind. So schlecht, dass er aus Sandra Maischberger die Speerspitze des kritischen Journalismus macht. Das einzige, was Martin Schulz in deren letzter Sendung klar gemacht hat, ist, dass es für die Mehrheit der Deutschen tatsächlich keinen Grund mehr gibt, die SPD zu wählen. Es wäre aber nett, wenn sie es dennoch täten, so Schulz, denn schließlich sei Gerhard Schröder doch gegen den Irak-Krieg gewesen (wissen Sie noch?), und überhaupt: wenn Frau Maischberger nicht so fiese Fragen stellen würde, wären seine Umfragewerte auch nicht so schlecht. Er ist doch ein Mann aus dem Volke, ein ehemaliger Arbeitsloser, ein trockener Alkoholiker, ein Kämpfer, einer, der nur das beste für die Menschen will! Es hat doch alles so gut angefangen, lasst ihn jetzt nicht im Stich! Von Ferne hört man die Gattin singen: Es gibt nur Einen, der die Arbeiterklasse anführen kann, er lebt für eure Probleme, er teil eure Ideale, er unterstützt euch, er liebt euch, er ist einer von euch! Wie sonst könnte er mich lieben? Hörst du das, Andrew Lloyd Webber? Einsam flattert eine rote Fahne im Wind.

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In Planung: „Schulz – The Musical“

Queer as Alice

Am Anfang war Volker Beck. Und Volker Beck war Gott. Und das Wort war bei Gott. Vor mehr als 20 Jahren durfte sich Gott, äh … ich meine Beck als einer der ersten offen homosexuellen Bundestagsabgeordneten noch regelmäßig von zotigen Konservativen beleidigen lassen. Heute haben die ihre eigenen Becks und Schwulenwitze leisten sie sich wahrscheinlich nur noch in den Umkleidekabinen ihrer Schützenvereine. Ja, heute sind sie überall, die selbstbewussten Power-Gays: in der CDU, in der FDP sowieso, bei Trump, und selbst die AfD hat jetzt ihre passend biedere Front-Lesbe, ja Halle-fucking-luja! Ich sehe darin durchaus einen gesellschaftlichen Fortschritt, das meine ich ausnahmsweise mal ganz unironisch. Schließlich ist das System, in dem wir uns tummeln, auch in dem Maße erfolgreich, in dem es ehemalige Minderheiten zu assimilieren vermag. Auch Homosexuelle wollen gute Geschäfte machen, und das geht in den wirtschaftsnahen Parteien besser als in basisdemokratischen Häkelgruppen. Alice Weidel ist in ihrer Partei vor allem deshalb so gut aufgehoben, weil sie als Unternehmensberaterin ganz genau weiß, dass es der AfD in erster Linie noch immer um die Verteidigung von Privilegien und Besitzständen geht. Darum ging und geht es im politisch organisierten Rassismus immer. Nicht um Hautfarbe oder um Kultur (auch nicht um Homophobie), sondern immer und ausschließlich um wirtschaftliche Macht. Der „Fremde“ dient dabei wahlweise als billige Arbeitskraft oder gesellschaftlicher Buh-Mann, nützlich ist er auf jeden Fall. Die Flüchtlingskrise war ein Segen für Alice und ihren Verein, denn dadurch konnte sich die AfD blitzschnell von einem elitären Anti-Euro-Stammtisch zum Retter des deutschen Volkskörpers hochjazzen. Das wirklich queere daran ist wohl, dass ihnen den Quatsch tatsächlich jemand abkauft.

Und was ist mit Volker Beck? Die Ironie der bundesdeutschen Realpolitik wollte es, dass es letztlich eine CDU-Regierung war, die den ersten Homosexuellen sowie den ersten Mann mit Migrationshintergrund in ein Ministeramt beförderte, und dann auch noch die erste Frau ins Kanzleramt – praktisch in einem Abwasch und ganz ohne Quotenregelung. Ausgerechnet die CDU, die bis heute einen der wichtigsten Grundsätze jener freiheitlich demokratischen Ordnung, die sie immer so beherzt zu verteidigen vorgibt, nicht begriffen hat, nämlich die Trennung von Staat und Kirche. Bei der Abstimmung über Bürgerrechte spielt es nämlich keine Rolle, was einem die Bibel, der heilige Geist, Mutter Natur oder irgendein Druidenfürst einflüstert. Zumindest sollte es das nicht. Dennoch – und hier knallt nun die Ironie gänzlich durch die Decke – kann es eigentlich nur im Interesse der Grünen sein, dass sich die Kanzlerin bei der Durchsetzung der „Ehe für alle“ noch eine Weile ziert. Sonst wird ihnen bald auch noch das letzte zentrale Wahlkampf-Thema abgenommen. Wenn dann nicht möglichst schnell wieder irgendwo ein Atomkraftwerk explodiert, werden sie demnächst wohl nicht einmal mehr die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Fazit: Jesus ist mächtiger als die Quote und Fortschritt ist heute gleichbedeutend mit dem Untergang der Grünen. So war das alles ganz sicher nicht geplant. Aber das Leben verläuft ja selten nach Plan.

Wie trinkt Martin Schulz seinen Kaffee?

100 % der Menschen wissen zu wenig über Martin Schulz. Man liebt ihn einfach so. Weil er nicht Sigmar Gabriel ist. Und das ist in der heutigen SPD schon eine Spitzenleistung, denn bis vor kurzem waren die meisten Mitglieder in der SPD noch Sigmar Gabriel selbst. Weil in der Öffentlichkeit so wenig über ihn bekannt ist, ist Martin Schulz zu Chuck Norris gegangen und hat seine Fakten für sich eingefordert. Chuck Norris hat sie ihm sofort gegeben. Seitdem weiß man einiges mehr über Martin Schulz: Martin Schulz braucht die Toilette nicht zu spülen. Er sagt einfach „Sozialdemokratie“ und die Scheiße sieht ein, dass sie verloren hat.

Martin Schulz streichelt keine Tiere, die Tiere streicheln sich selbst, wenn er in der Nähe ist … Das gilt auch und insbesondere für Sigmar Gabriel. Wenn Martin Schulz über die Wiese geht, riechen die Blumen an ihm. Und wählen danach SPD. Martin Schulz verwählt sich nicht. Wenn du abhebst, warst du am falschen Telefon. Und wählst danach SPD. Martin Schulz wurde letztens von der Polizei angehalten … Die Polizisten sind mit einer Verwarnung davon gekommen. Und haben seitdem rote Uniformen. Wie trinkt Martin Schulz seinen Kaffee? Antwort: Schwarz! Und mit schwarz meine ich rot! Wenn Martin Schulz ein Ei essen möchte, pellt er das Huhn. Und mit Huhn meine ich die CDU. Die CDU wählt hinterher die SPD. Martin Schulz darf im Bus essen. Der Busfahrer wählt danach die Linke … die linke Spur beim Abbiegen. Am Wahltag wählt er die SPD. Wie hört es sich an, wenn Martin Schulz angeln geht? – „Du, du und du rauskommen! Sehr geiler Dorsch hier übrigens!“ Die Fische wählen danach nicht SPD, denn sie sind tot. Martin Schulz braucht keine Hundebeutel. Sein Hund sammelt seine Haufen selbst ein. Und verkauft sie Angela Merkel als Nutella. Martin Schulz hat einmal ein „Happy Meal“ zum Weinen gebracht. Indem er ihm aus dem AfD-Wahlprogramm vorgelesen hat. Giraffen sind Pferde, denen Martin Schulz einen Kinnhaken verpasst hat. Weil sie Schwarz-Gelb sind. Martin Schulz hat die Schachweltmeisterschaft gewonnen, in null Zügen. Das Schachfeld war rot-rot kariert. Martin Schulz hat versucht Gewicht zu verlieren, aber trotzdem gewonnen. Donald Trump verweigert Martin Schulz nicht den Handschlag. Donald Trump bittet Martin Schulz um einen Handschlag. Wobei … Moment … Das ist gar nicht Donald Trump! Das ist auch Martin Schulz, der sich einen halben Meter Dämmwolle auf den Schädel getackert hat und jetzt auch US-Präsident ist. Und sich selbst die Hand schüttelt! Martin Schluz reitet nach Ankara ein – auf einer holländischen Kuh. Dort bringt er Erdogan dazu, dass dieser seine Meinung zur Pressefreiheit ändert – und sich deswegen umgehend selbst festnimmt. Aus dem Gefängnis heraus wählt er per Briefwahl SPD.

So in etwa läuft das wohl bei Martin Schulz. Ist wichtig, dass ihr Bescheid wisst. Es wäre ja auch wirklich überaus bescheuert, einen Kandidaten nur aus Sympathie zu wählen – oder, weil er eben nicht Sigmar Gabriel ist.

Quelle: Sebastian 23

Otto Normalverbraucher

„Die Familie von Thomas de Maizière ist in besonderer Weise mit der deutschen Geschichte verwoben. Aus dem Raum Metz stammend, flüchten seine Vorfahren – hugenottische Protestanten – im 17. Jahrhundert vor der religiösen Verfolgung in Frankreich nach Brandenburg-Preußen. Der Gedanke der Pflichterfüllung gegenüber dem Staat, der einst Zuflucht bot, ist seitdem in der Familie fest verwurzelt. Vater Ulrich dient in drei deutschen Armeen: der Reichswehr in der Endphase der Weimarer Republik, der Wehrmacht und der Bundeswehr.“*

Der Innenminister ist ein Musterbeispiel gelungener Integration: fleißig, fromm, militärisch gedrillt und dem deutschen Staat ebenso treu ergeben wie (praktisch von Geburt an) großzügig von ihm finanziert. Thomas de Maizière weiß, was sich gehört. Deshalb ließ er es sich auch nicht nehmen, einem Berliner Taxifahrer mit türkischen Wurzeln zu dessen hervorragenden Deutschkenntnissen zu gratulieren. In der letzten Ausgabe von Hart aber Herzlich Fair war das, in der es natürlich um die Ungezogenheit der Türken im Allgemeinen und um die von Erdogan und seinen Anhängern im Besonderen ging. Ganz besonders beeindruckt zeigte sich de Maizière davon, dass der ihm vorgeführte Berliner, der hier seit vierzig Jahren lebt und unter anderem Architektur studiert hat, den Begriff „Otto Normalverbraucher“ ins Spiel brachte, ja tatsächlich. Das sei doch ein hohes sprachliches Niveau, so der Minister, zwar noch mit einem kleinen Akzent, aber dennoch … Thomas de Maizière lebt in Dresden, unverständliches Genuschel ist er also gewöhnt. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch! Wenn der so gelobte Taxifahrer jetzt noch dreimal hintereinander „Bruttosozialprodukt“ fehlerfrei aussprechen kann, lädt der Minister ihn als Belohnung vielleicht zu einem Schnitzel mit Soße ein. So kann er dann gleich noch beweisen, ob er schon mit Messer und Gabel essen kann. In der selben Sendung wurde übrigens die Frage gestellt, weshalb sich so viele „Deutschtürken“ als Bürger zweiter Klasse fühlen.

Es ist nur ein Beispiel von vielen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir fällt sie immer sofort auf, diese gut gemeinte Blut-und-Boden-Arroganz der selbst ernannten Biodeutschen. Sie reden von „Integration“, meinen in Wahrheit aber immer Assimilation. Deutsch ist man für diese Leute nach frühestens dreihundert Jahren. Wer eine etwas dunklere Hautfarbe hat, darf gerne noch mal hundert Jahre drauf packen. Davor gibt es maximal Duldung und Noten für gutes Betragen oder akzentfreie Aussprache. Der Berliner Taxifahrer tut mir leid. Sein Dilemma ist, dass er sich nicht entscheiden kann, wem er sich mehr unterwerfen soll – dem perfekt assimilierten Hugenotten de Maizière oder dem nationalistischen Großmaul Erdogan. Ein Lehrstück in Sachen Selbstaufgabe und vaterländischer Demut. Grauenhaft.

*Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung

Helau & Fuck your feelings!

„I hurt people for a reason. I like to think of myself as a virtuous troll.“
(Milo Yiannopoulos)

Wie lange denke ich nun schon darüber nach, einen Kommentar zu diesem Knaben abzusondern? Eigentlich hatte mich längst dagegen entschieden. Die Nachricht über Milo Yiannopoulos‘ Trennung von Breitbart News (deren leitender Redakteur er immerhin für einige Jahre war) lässt mich nun aber meine Entscheidung spontan korrigieren. Gut, hier sind sie also, so knapp wie möglich: meine zwei Cent zu Milo, dem blondierten Suppenkasper der amerikanischen Alt-Right-Bewegung. Sehen Sie es einfach als meinen Beitrag zum diesjährigen Karneval – ein Elend, dass ich mir, ähnlich wie die Causa Milo, bisher glücklicherweise nur aus der Ferne zumuten musste. Anfangs hielt ich Milo für eine durchaus bereichernde Figur im öffentlichen Diskurs um Meinungsfreiheit und politische Korrektheit. „Fuck your feelings!“ lautet einer seiner munteren Schlachtrufe, mit anderen Worten: Befindlichkeiten sind keine Meinungen, und beleidigt zu sein ist noch keine politische Haltung. Schwul zu sein übrigens auch nicht. Weshalb Milo sich als libertärer Schwuler auch die Freiheit herausnahm, erzkonservative Ansichten zu vertreten und diese dann mit der eigenen Sexualität kontrovers aufzupimpen. Das war eine kurze Zeit lang auch recht unterhaltsam und hat genau diejenigen getriggert, die er damit triggern wollte. Seine „Dangerous Faggot“-Vorträge, die Ausstellung „Twinks for Trump“ – das hatte schon fast die Qualität Schlingensief’scher Aktionskunst. Vielleicht müsste Schlingensief heute ja auch ein Neurechter sein, um noch eine ähnlich subersive Strahlkraft zu erreichen. Irgendwann hatte Milo schließlich eine ganze Protestbewegung gegen sich und bei Twitter lebenslanges Hausverbot. Alle Achtung, das hat nicht mal die alte Schreckschraube Ann Coulter geschafft!

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Muss man eine solche Figur aushalten können? Grundsätzlich ja. Nur ist für mich inzwischen auch klar, dass der ganze reaktionäre Dreck, den er da verbreitet, für ihn letztlich nur Mittel zur Selbstvermarktung ist. Sein bizarrer Performance-Mix aus Hedonismus, Biederkeit, Zynismus und konservativer Empörung ergibt inhaltlich praktisch gar keinen Sinn. Es passt einfach nicht zusammen. Letzlich sehe ich da nur einen selbstverliebten Pausenclown, der sich einer rechten Revolution angebiedert hat, an deren Werte er selbst nicht glaubt. Und der mitgeholfen hat, eine Truppe ins Weiße Haus zu befördern, die heute dreimal so dogmatisch und dünnhäutig daher kommt, wie Milo es seinen Gegnern, den Snowflake Liberals, immer so gerne vorwirft. Den größten Witz in dieser ganzen bigotten Inszenierung stellt nun aber die Begründung für seine Kündigung bei Breitbart News dar. Nach einem Interview, in dem er sich offenbar über potentiellen Sex mit 13-jährigen Jungs geäußert hatte, zeigte Milo als bekennender Katholik plötzlich öffentliche Reue und entschuldigte sich für seine „unglückliche“ Wortwahl. Damit hat er wohl die Chance auf seinen ersten und einzigen authentischen Moment verpasst, denn wenn die katholische Kirche eine Kernkompetenz vorzuweisen hat, dann ja wohl Sex mit Minderjährigen. Helau!

Künstliche Intelligenz (Dauerverträge für Daueraufgaben)

„The Future. Together. Now.“ So tönte vor einigen Jahren die Versicherungsgruppe AXA. Für solche Slogans kassieren Werbeagenturen richtig üppige Honorare. In diesem Fall war es die ehrwürdige Agentur DDB. Die können so etwas wirklich gut, ihr eigener Slogan lautet „Imagine. Inspire. Influence“. Nonsens im Dreiklang, das verkauft sich immer gut. Wo war ich? Ach ja: The Future. Ich wollte eigentlich etwas über die Zukunft schreiben, genauer gesagt über die „Zukunft der Arbeit“ – ein bewährtes Saure-Gurken-Thema, zu dem ich nach der Lektüre einer alten WIRED-Ausgabe inspiriert wurde. Alle paar Monate taucht diese Frage in einem Feuilleton oder einem Wirtschaftsmagazin auf: Wie werden die Menschen in der Zukunft arbeiten? Werden sie überhaupt noch arbeiten? Die allgemein gängige Prognose lautet: eher nicht. Zumindest nicht mehr gegen Bezahlung. Wir steuern eindeutig auf die vollständige Abschaffung der Erwerbsarbeit zu. Wenn Sie nicht bereits von einem Roboter ersetzt wurden, müssen Sie wohl irgendwann einem Algorithmus oder einer Drohne weichen – egal, ob Sie derzeit noch auf Knöpfchen drücken, Excel-Tabellen anstarren oder hauptberuflich Werbeslogans verzapfen. Der Mensch ist überflüssig. Schon heute wird der Arbeitsmarkt, so behaupte ich mal ganz frech, zu einem großen Teil nur noch durch leidlich finanzierte Beschäftigungstherapien zusammengehalten. Effektiv betrachtet, liegt die Arbeitslosenquote in Deutschland wahrscheinlich längst bei 75 Prozent.

Im „Besetzungsmanifest“ des sozialwissenschaftlichen Institutes der Berliner Humboldt-Unilas las ich neulich die Forderung an den Senat, „Dauerverträge für Daueraufgaben“ einzurichten. Genau so stand es da. Wie könnten solch dauerhafte Aufgaben denn aussehen? Die angehenden Sozialwissenschaftler formulieren es unter anderem so: „Hier diskutieren wir, kochen, feiern, putzen und machen Kunst. Wir vertrauen einander und unterstützen uns gegenseitig. Wir leisten Widerstand. Wir sind politisch.“ Und das Ganze bitte in Dauerschleife. So erfährt die Idee der „Künstlichen Intelligenz“ eine neue und gar schillernde Deutung. Was bitte wäre eigentlich der Unterschied zwischen einer solchen staatlichen Dauerversorgung und einem bedingungslosen Grundeinkommen? Letzteres würde ich auf jeden Fall unterstützen, gerade für die überspannten Hashtag-Revolutionäre in den öffentlichen Lehranstalten. Niemand sollte sich mehr zwanghaft für die Sinnhaftigkeit seines Tuns verantworten müssen. Was das an Papier und Nerven sparen würde! Wir diskutieren, wir kochen, feiern, putzen und machen Kunst. Bis in alle Ewigkeit. Den Rest erledigen die Algorithmen. The Future. Together. Demnächst.