I’ve seen the future, brother, it is murder

So, meine Lieben, es ist soweit: ich mache den Laden dicht. Zumindest für die nächsten zwölf Monate. In genau einem Jahr, am 7. Januar 2023, werde ich noch einmal hier vorbeischauen und dann auch entscheiden, ob ich die Radikale Heiterkeit weiterführen werde. Was wird sich bis dahin geändert haben, da draußen, in der Welt, an der „Lage“? Wird da wohlmöglich etwas implodieren – mal abgesehen von den Nervensystemen jener, die immer noch glauben, mir sinnlose Vorschriften machen zu können? Wird der fünfhundertste Coronny-Sprößling nach dem zweiundvierzigsten Booster im Hirn von Karl Lauterbach zu einem neuartigen Turbohusten mutieren und die Menschheit endgültig ausradieren? Wird das noch interessieren? Wird dann überhaupt noch jemand einen Unterschied bemerken? Meine persönliche Wahrsagerin Ludmilla Kannstemalwiedersehnowa riet mir zum Anfang des Jahres, mich warm anzuziehen. Kann aber auch am Wetter liegen.

Bussi!

Sent from my iBunker


Give me crack and anal sex
Take the only tree that’s left
And stuff it up the hole in your culture
Give me back the Berlin wall
Give me Stalin and St. Paul
I’ve seen the future, brother, it is murder

Leonard Cohen, The Future

10 Kommentare zu „I’ve seen the future, brother, it is murder

  1. Das klingt jetzt nicht gerade radikal heiter. Ich habe hier immer sehr gern gelesen, besonders in weniger heiterer Verfassung. Danach ging es wieder ein Weilchen. Würde diesen Booster sehr vermissen. Oder, um es mit mehr Pathos zu formulieren: Frage nicht, was dein Land für dich tun kann …

    1. Vielen Dank für die Treue, Kollege! Dat wird schon allet wieder … Was mein Land für mich tun kann, frage ich mich eigentlich nie, da ich die Antwort nämlich schon weiß: nichts.

  2. Am 24.04.2020 habe ich mir geschworen ein Jahr lang nicht mehr auf den feynsinn Blog schauen zu wollen und habe auch alle anderen aus seiner Blogroll blockiert: Am 24.04.2021 habe ich vergessen draufzuschauen und neulich war im Blauen Boten völlig hinterrücks der Jahresrückblick von Feynsinn verlinkt, was mein Blockademedium nicht erkannt hat. Ich war erstaunt – das, was dort zu lesen war, hatte ich nicht erwartet. Es ist wirklich sehr erhellend, wenn knapp 2 Jahre lang links-abstinent war und in der Zwischenzeit sogar lieber Tim Kellner geguckt (heimlich, auf dem Klo) oder Danisch gelesen hat (Jeremy: „Ich wünsche die Zeit zurück in der ich Danisch für einen rechten Spinner gehalten habe“ – ich auch und wo ich vor allem nicht über Tim Kellner hätte herzhaft ablachen können). Ich bin hierher – natürlich wegen des Maschinisten – immer wieder gekommen, wohlwissend, dass es sich um letzte Überlebenszeichen gehandelt hat, die wie ein defekter Ausguss nur noch hin- und wieder Lava nach oben geploppt hat: Die aber so wunderbar jung, wie ich wünschte, dass wir nicht mehr wären. Danke für alles (warum ist auf Astrids Blog tote Hose? Gut, sie hier zu lesen!). Ich komme wieder a- am 09.01.2023. Josi

    1. Besten Dank. Da das Kommentaraufkommen hier ja immer recht überschaubar war, kenne ich natürlich viele meiner anonymen Leser gar nicht. Insofern auch danke für die unerwartete Wortmeldung. Mein defekter Ausguss wird sich in Zukunft eventuell ab und zu in Gastbeiträgen bei Herrn Driesen entladen. Ich bin also nicht ganz aus der (Blog)Welt. Seiten wie feynsinn und ähnliches habe ich auch seit 2020 nicht mehr gelesen. Not my circus, not my monkeys. Danisch ebensowenig. Tim Kellner ist dagegen ein Comedy-Projekt von mir und derzeit meine Haupteinnahmequelle, also danke für die Blumen und die Clicks!

  3. Ich bin untröstlich! Das geht doch nicht.

    Wird Zeit für eine Selbsthilfegruppe für anonyme Ex-Blogger. „Guten Tag, ich bin A., ich schreibe nix mehr, aber noch schlimmer ist, dass die anderen auch nix mehr schreiben, und ich weiß gar nicht, haben die jetzt alle Omikron oder kotzen die auch nur noch im Strahl wg. der nicht endenwollenden Surrealität innen wie außen? Ich brauche Hilfe, denn gestern erwischte ich mich auf Netflix bei „Selling Sunset“ ud schlimmer geht das alles nicht mehr. etc. blabla….“

    Ich werde dich vermissen. Vor allem dein Ausgraben von Persönlichkeiten, von denen ich zuvor noch nie gehört habe und dem damit einhergehendem Gefühl, dass mein Eindruck, ich sei umfassend halbgebildet, womöglich einer Selbstüberschätzung geschuldet ist.

    Oder, um es mit Freddy Quinn zu sagen: Junge, komm bald wieder…

    1. Danke auch dir. Jetzt aber Schluss mit der Jammerei und zurück an die Glotze! Denn bevor du bei „Selling Sunset“ noch die letzten Nervenzellen verlierst, empfehle ich „Sneaky Pete“ (auf Amazon Prime). Das glotze ich zumindest gerade. Danach kommt dir das eigene Leben eventuell gar nicht mehr so surreal vor.

      Und ich habe sogar noch einen Nachtrag zu meiner Sondheim-Hommage, der, so glaube ich, ganz gut zu deinem Lavendel-Blog passen könnte: „Could I Leave You?“ … Guess! 😉

      1. Ja, mach‘s mir schwer! Wer wird mich zukünftig auf derlei Großartiges hinweisen?
        Ich geh jetzt Sneaky Pete kucken.

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