Walpurgisnacht

Und wegen der Eier. Damit die nicht opressed sind.*


So, jetzt haben wir es geschafft. Der *Maschinist und ich haben endgültig unseren eigenen Circle Jerk etabliert, in dem wir uns monatlich mindestens einmal gegenseitig über den grünen Klee loben. Tatsächlich musste ich über seinen aktuellen Text gerade an mehreren Stellen wieder heftig lachen. Danke also dafür und danke auch für die Aufmerksamkeit und die Blumen! Derart gelobt und angepriesen als allwissende klugscheißende Müllhalde, möchte ich dem Kollegen dann gleich noch mal nachhaltig in die Hacken treten. Denn zwischen all den Leck-mich-nach-mir-die-Sintflut-Statements der letzten Zeit lese ich bei ihm dann doch immer noch den vorsichtigen Wunsch nach Abgrenzung und Absicherung heraus. Damit er nur nicht von den Falschen gelesen, gemocht oder gar geteilt wird. Ich sag dir was, mein Lieber: das funktioniert nicht, das kannst du nicht steuern, musst du auch gar nicht. Gib es endlich auf. Ob halbschwul oder viertelpolnisch, das interessiert niemanden mehr, der Zug ist seit zwanzig Jahren abgefahren. Die Afd-Vorsitzende ist lesbisch und lebt mit einer Syrerin zusammen, selbst die hat dich identitätstechnisch also längst eingeholt. Homosexuelle sind heute das Establishment, das Patriarchat, der Feind. Sofern sie sich nicht bedingungslos dem gallopierenden Irrsinn der woken Brigaden unterwerfen, über die du in deinem Blog zur Recht die Messer wetzt.

Und das noch: Ich will wirklich niemandem Lana del Rey madig machen, aber wer Mazzy Star kennt, hat mehr vom Leben. Denn ja, natürlich gab es das alles schon mal, besser, origineller, älter, und davor auch schon mal, undsoweiterundsofort. Es stimmt, ich wusste es immer schon besser. Ich kenne die Welt, seit zehntausend Jahren. Keine Chance, kein Entrinnen. Pleased to meet you, hope you guess my name.

15 Kommentare zu „Walpurgisnacht

  1. Wir brauchen einen Rechtschreibnazi, der uns sagt, dass man „oppressed“ mit zwei p schreibt. Krchchr.

    (Gedanke: Wahrscheinlich sind wir die letzten beiden Leser unserer Blogs, deswegen kommt keiner und weist darauf hin…)

    (Zweiter Gedanke: Circle Jerk Teil 2, denn ich weise ja darauf hin, wenn auch über Bande.)

    (Dritter Gedanke: Perfide Identitätsscheiße. Stimmt. Färbt ab. Nicht gut. Aber gut, dass es mal einer sagt.)

    1. Ein paar mehr Leser habt Ihr schon. Oder wie heißt das jetzt korrekt? Leser*:Innen?
      Und mein lieber Maschinist. Deinen Text habe ich endlos Leuten geschickt. Kenne Dich zwar nicht. Aber das sprach mir aus dem Herzen. Irgendwie bin ich auch nicht mehr links. War mal unvorstellbar. Da müssen wir wohl einfach durch. Haben alle so bestätigt.
      Und danke an die „radikale Heiterkeit“. Schöne Texte!

      1. Vielen Dank. Ich vermute, korrekt heißt es „Lesende“. Vielleicht auch „Folgende“ oder „Dem Maschinisten treu Ergebene“. Oder irgendein solidarisches Morsezeichen.

    2. Leider kann man auf deinen Block nicht kommentieren, aber ich bin oft den Tränen nahe (vor Freude) wenn ich deinen Block lese. Und hab eben Sodom gehört obwohl ich keinerlei Metal mag.

      Auch hierher bin ich nur destdewegen und mittlerweile auch im Feedreader.

      Aber auf Rechtschreibung achte tatsächlich nicht :-]

  2. Ich werde das jetzt nicht korrigieren, sonst ergibt der Kommentar ja keinen Sinn mehr. Dennoch danke für’s orthographische Empowerment! 😉

  3. Ich habe jetzt ’ne Weile auf Mazzy Star rumgekaut, weil ich die Stimme kenne und nicht wusste, woher. Sowas macht mich wahnsinnig.
    Aber das Netz spuckt ja alles aus, ich kenne sie wohl aus einer der besten Serien der letzten zehn Jahre: „The Night Of“ S1E1. Und auch aus „The
    Handmaid’s Tale“.
    S3E13.
    Merci für die Erinnerung.
    Vielleicht kann ich mich mit der Entdeckung dieser Seite revanchieren? (Falls Du sie nicht eh schon kennst)
    https://www.what-song.com/

    1. Vielen Dank. Die App kannte ich noch nicht, als allwissende Müllhalde vertraue ich meist meinem eigenen Gedächtnis. Das ist allerdings dann auch nicht immer auf Zack: der letzte Song aus einer Serie, den ich gesucht hatte, war In Every Dream Home A Heartache von Roxy Music – in dieser denkwürdigen Szene. Mindhunter hatte ich hier schon mal kurz empfohlen, wiederhole das aber gerne noch mal, da die Serie so exzellent ist.

      Danke auch für die Empfehlung von The Night Of, das werde ich bei Gelegenheit allein schon wegen John Turturro glotzen!

      1. Ich habe sie beim ersten Mal auch vor allem wegen John Turturro (und der Regie von Steven Zaillian) gesehen – beim zweiten Mal dann auch wegen Riz Ahmed, den ich mittlerweile für einen der aufregendsten Schauspieler seiner Generation halte. Fürs Wochenende habe ich mir daher schon „Sound of Metal“ fest vorgemerkt.

        Mindhunter habe ich bisher nur die überragende erste Staffel gesehen, danke für die Erinnerung!

    1. Bestens. Als nächstes müssten wir uns wohl aus Solidarität mit Volker Bruch noch mal sämtliche Folgen von Babylon Berlin anschauen. Leider fand ich das Ding aber ziemlich furchtbar, obwohl es dort rein technisch ja auch um Serienmörder ging … Das ist dann wohl der Unterschied zwischen der Kunst von David Fincher und dem Rest seiner Zunft.

      Danke auch für den Link. Bei Mindhunter ist es ja nicht nur die Kameraführung, die begeistert. Es ist das gesamte Design der Serie, der Look und die unaufgeregte, dennoch intensive Erzählweise, allen voran aber die Psychologie der drei Ermittler und ihrer Objekte, die Machtspiele und der Kontrollverlust. Und dieser spannende Einblick in die Anfangszeit des Profilings. Herausragend waren für mich Anna Torv als Psychologin und Cameron Britton als Ed Kemper – nur zwei Highlights aus einem insgesamt erstklassigen Cast. Hatte ich schon erwähnt, wie herausragend ich diese Serie finde … ? 😉

      1. Nee, ist schon gut, dass Du es noch einmal betont hast, ich war mich nicht ganz sicher 😀

        Jedenfalls – zuende gesehen und am Schluss hat es mir dann ganz schön das Herz zerissen. Ich mein, Sammy und Frank sogar um Geld zu sammeln und dann: Nichts! Wie schlimm, wie schlimm. Ich wollte die ganze Woche noch Fakten dazu nachlesen, eiere da aber ganz schön drum herum. Und dann noch die private Geschichte … das ist echt, oder? Das kann man sich doch nicht ausdenken.
        Schade, dass Anna Torv in den letzten Folgen so unterrepräsentiert war, ich könnte sie stundenlang ansehen.

        Und Volker Bruch? Ach, er muss gar nichts sagen (wird glaube ich eh nicht besser in den letzten Wochen) und Babylon Berlin kann ich nicht gucken, ehrlich nicht. Ich habe es versucht, bin aber in der zweiten Folge raus.

        So, jetzt brauche ich serienmäßig etwas Neues. Hast Du einen Tip für mich?

      2. Soweit ich weiß, wurden die Atlanta-Morde bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Und der BTK-Killer, der als roter Faden am Anfang jeder Episode durch’s Bild spukt, wurde erst 2005 gefasst. Die privaten Geschichten der Ermittler sind wohl alle fiktiv (oder welche private Geschichte meinst du?).

        Ich kann jetzt eigentlich nur noch die von mir bereits wortreich bejubelte Assassination of Gianni Versace empfehlen, oder zur Abwechslung auch Pretend It’s a City … Ansonsten vielleicht einfach mal Netflix-Detox? Ein Buch lesen („Der Weiße Tiger“)? Stricken lernen? Selbst zum Serienmörder werden? 😉

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