Mutanten! (Warum ein Buch schreiben?)

Aus der unregelmäßigen Reihe „Bücher, die noch nicht erscheinen durften“ präsentiere ich Ihnen heute voller Stolz:

Cover

Im Erfinden von Buchtiteln (vor allem von ausgeborgten) bin ich ziemlich fix. Knackige erste Sätze* fallen mir leicht, letzte Sätze ebenso. Nur die paar hundert Seiten dazwischen bereiten mir noch Probleme. Ich sammle Ideen, Notizen, Zitate, ich kreiere Überschriften und Konzepte. Nur die Inhalte fehlen. Ich bin wohl zu zerstreut, mit einer Million Sachen auf einmal beschäftigt, mir fehlt die Ausdauer, ich schiebe auf, ich lebe, ich saufe, ich produziere CO2. Warum überhaupt ein Buch schreiben? Ich könnte doch auch einfach weiter das Internet volltexten anstatt über große Literatur zu fantasieren. Einsame Schubladen-Genies gibt es wahrlich genug. Aber ach, der Mensch braucht Herausforderungen, und zum Bergsteigen oder Schnapps brennen bin ich erst recht zu faul. Also zurück an die Tastatur, du Loser! Deutlich professioneller betreibt der Kollege Oliver Driesen vom Zeilensturm-Blog die Schreiberei, dem ich hiermit zur Veröffentlichung seines neuen Romans „Schalttagskind“ gratulieren möchte! Es sieht ganz so aus, als hätten sich die zehn Jahren beschwerlicher Ackerei, die er in dieses Buch investiert hat, gelohnt. „Auf meine Augen war immer Verlass“ – was kann nach so einem ersten Satz schon schiefgehen?


* „Diane von Fürstenberg staunte nicht schlecht, als sie eines schönen Morgens an genau der Stelle stand, wo sich tags zuvor noch ihr legendäres Büro in den New Yorker Himmel erhob, und nichts als einen gigantischen Haufen Asche vorfand.“ Diesen schönen ersten Satz schenke ich dem Herrn Driesen sowie dem Rest der schreibenden Menschheit. Sie dürfen daraus gerne einen ganzen Roman machen, ich selbst habe dafür keine Verwendung mehr. Eine kleine Widmung in meine Richtung wäre natürlich nett. Tatsächlich wird mein Opus Magnum nämlich mit dem Wort „Mutanten!“ beginnen, also freuen Sie sich schon mal mächtig drauf.

3 Kommentare zu „Mutanten! (Warum ein Buch schreiben?)

  1. Ja, der abgebildete Titel ist recht groovy, beinahe schon knorke. Aber mit Verlaub, die besten Titel für Romane, die wohl leider nie geschrieben werden werden, generiert immer noch kid37, z.B. hier: https://kid37.blogger.de/STORIES/2712134/. Ich möchte mir jeden einzelnen davon ins Regal stellen bzw. die Inhaltsseiten dazu selbst schreiben. Und den Prokrasti Verlag sollte man gründen, falls noch nicht geschehen.
    Vielen Dank auch für Blumen & Viralwerbung. Der erste Satz im „Schalttagskind“ ist noch nicht ganz auf dem Level meiner ewigen Benchmark „Ilsebill salzte nach“, aber ich arbeite dran.

  2. Ich dachte auch schon daran, einfach mal ein Blog oder einen Sammelband mit unveröffentlichten Romantiteln (inkl. kurzer Inhaltsangaben) zusammenzustellen, Arbeitstitel „Wer den Dreck sät“ oder so ähnlich …Knorke Grüße zurück!

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