Das Umfeld bin ich.

Finanzielle Ausbeutung kann ein sexueller Fetisch sein, wussten Sie das? Ein eher seltener Fetisch, aber er kommt vor. Wie und wo ich davon erfahren habe, darüber möchte ich an dieser Stelle elegant schweigen. Die meisten Menschen überfällt beim Anblick ihres leergeräumten Bankkontos wohl eher Panik, einige wenige wiederum kommen dadurch offenbar zum Höhepunkt. Eigentlich ist das gar nicht so verwunderlich, handelt es sich in beiden Fällen doch um Zustände höchster Erregung. Es gibt also Menschen, die erotisch erregt werden, wenn man ihnen das Geld abnimmt. Ja, ich dachte genau das Selbe, was Sie jetzt denken: Das ist doch eine Win-win-Situation im besten Sinne – also wo sind diese Menschen und wie kann man sie erreichen? Ganz so einfach scheint das Ganze aber leider nicht zu sein. Es handelt sich dabei um eine spezielle Unterkategorie des Masochismus, das Opfer erwartet im Zuge der finanziellen Schröpfung also auch noch weitere Demütigungs- und Bestrafungs-Maßnahmen. Das reicht von verbaler Erniedrigung bis hin zum Identitätsklau, und das möglichst fantasievoll und regelmäßig. Wahrscheinlich muss man sich mit diesen Leuten auch noch persönlich treffen. Das kann also schnell anstrengend werden. Wem so etwas aber liegt, dem rufe ich aufmunternd zu: Herzlichen Glückwunsch! Eine Einnahmequelle ist eine Einnahmequelle. Wer bin ich, andere zu richten?

Apropos Identität und Demütigung: Noch während ich diese Zeilen tippe, breitet sich vor meinen Augen ein Drama aus, welches seinen schnellen und vorläufigen Höhepunkt (auch der Voyeurismus gilt ja als sexueller Fetisch) in diesem Einlauf des Jahrhunderts findet. Ich konstatiere Eins zu Null für Herrn Eberling und warte mit Spannung auf die Fortsetzung. Bitte enttäuschen Sie Ihr Publikum nicht, meine Herren! Da die beteiligten Blogger mich beide dankenswerterweise verlinken, wird es nun wohl auch einmal Zeit für die folgende Erklärung. Die Tatsache, dass ich hier keine „Blogroll“ mehr veröffentliche, also meinerseits keine anderen Blogger verlinke, hat einen ganz schlichten Grund: Ich habe es versucht, aber es passt nicht zu mir. Ich bin kein Freund des digitalen Lagerfeuers. Im Gegenteil, ich fühle mich dadurch immer ein Stück zu sehr vereinnahmt und zwangskollektiviert. Mir ist klar, dass mir ohne die Verlinkung anderer Blogger hier ein Großteil der Leserschaft wegbrechen würde. Ich weiß das also zu schätzen. Gleichzeitig wundere ich mich manchmal über das Umfeld, in das ich durch einige dieser Verlinkungen gerate. Auf Facebook wollte mich letztes Jahr eine glühende Verehrerin der LINKEN befreunden, weil ihr offenbar einer meiner Blogbeiträge so gut gefiel. Ich hasse die LINKE.* Aber wo sitzen die Leser, die wirklich zum eigenen Geschreibsel passen? Mir fehlen sowohl die Zeit als auch die Nerven, das herauszufinden. Im Zweifelsfall gehe ich sowieso immer von der Annahme aus, dass mein Werk ein kostbares Geschenk an die gesamte Menschheit ist. Seid umschlungen, Millionen! So bin ich zum Jahreswechsel übrigens auf die Idee gekommen, mir meinen Blog endlich auch entsprechend vergolden zu lassen. Wenn ich beobachte, wer im Internet alles so um Spenden bittet, dann besteht für mich wirklich kein Grund für übertriebene Bescheidenheit. Leider bin ich bereits an dem technischen Versuch gescheitert, einen einfachen PayPal-Button auf dieser Seite zu integrieren. Ich gehe also zu Plan B über und bitte die hier mitlesenden potentiellen Geldgeber, sich diskret nach meiner Kontoverbindung zu erkundigen (arme Schlucker dürfen selbstverständlich weiterhin gratis mitlesen). Schröpfung statt Vernetzung lautet die Devise! Zusätzliche Demütigungen und Erniedrigungen kann ich leider nicht bieten, meine Texte müssen Strafe genug sein.

*Nein, ich hasse die LINKE natürlich nicht. Ich hasse ja nicht mal die AfD. Politischen Parteien gegenüber bin ich zu solch starken Emotionen gar nicht fähig. Aber ich kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass ich auch nicht gerade einen Orgasmus habe, wenn Frau Wagenknecht ans Mikrofon tritt. Sollte sie allerdings zu den ersten solventen GroßspenderInnen dieses Blogs gehören, so überdenke ich diese Aussage eventuell noch einmal (für sie wäre das ja schließlich auch nur eine Rückführung bzw. Umverteilung von Steuergeldern, und darauf steht die doch)! Money makes my dick hard. Ich entschuldige mich für diese unnötige Vulgarität und wünsche noch einen schönen Tag.

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3 Gedanken zu “Das Umfeld bin ich.

  1. Danke für die Einschätzung. Bin selbst gespannt, wie es weitergeht. Ich sitze in meiner Ecke, die Menge tobt wie entfesselt, der Trainer fächelt mir mit einem Handtuch Luft zu und schreit mir etwas ins Ohr, das ich nicht verstehe, während ich Blut in einen Eimer spucke. Da kommt der Gong. Runde 2 beginnt …

    1. Gerne übernehme ich die Rolle des Nummernboys. Der zweite Teil von „Inferno und Ektase“ wird also mit einem Boxkampf beginnen, nehme ich an … 😉

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