Außer Atem

Wenn George Clooney mit der Kanzlerin Kaffee trinkt und Meryl Streep einem im Biomarkt die letzten fair gehandelten Brühwürfel vor der Nase wegschnappt, dann ist wieder Berlinale-Zeit! Laut der hiesigen Idiotenpresse halten die Hollywood-Stars während ihrer eher kurzen Besuche die Stadt regelmäßig „in Atem“. Hechel-hechel-hechel! Hat Clooney mit den Flüchtlingen in Tempelhof Kekse gebacken? Ist Tilda Swinton in die falsche U-Bahn eingestiegen? Und wo ist eigentlich Clive Owen? Natürlich kümmert das niemanden wirklich. Zumindest nicht die Berliner. Es ist ein uralter Gemeinplatz, dass sich in dieser Stadt niemand für Prominenz interessiert. Nein, man ignoriert sie oder mit dem Volksmund gesprochen: man schaut sie mit dem Arsch nicht an. Schließlich sind sie überall. Tatsächlich kann man kaum noch in Ruhe an einer Bar sitzen, ohne von einer dahergelaufenen preisgekrönten Kino- oder TV-Visage um Zigaretten angebettelt zu werden. In Berlin ist es inzwischen einfacher, an ein Selfie mit Jake Gyllenhaal oder Lady GaGa zu kommen als an einen Termin im Bürgeramt. We fake it, but we fake it right. Eine Woche noch. Dann ist die jährliche Eierschaukelei der von ihrer eigenen Bedeutung hysterisch durchdrungenen Filmbranche wieder vorbei. Aber die Plakate waren ganz nett dieses Jahr. Immerhin.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s